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Messe für alle Karnevalisten in der Propsteikirche

Am 31. Januar wäre der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss 132 Jahre alt geworden. Er hatte viel Humor und hätte  an der „Messe der Freude“ sicherlich ebenso viel Freude gehabt, wie einige hundert Kempener und St. Huberter, sowie Karnevalisten. Die Messe bewies: „Humor ist das Lächeln Gottes.“ Und Propst Eicker machte deutlich, dass Helau von Halleluja kommt. In der beeindruckenden 70 minütigen Messe war Eicker, der „Dölker Jong“ Zelebrant, Prediger, Plauderer und Dirigent. Aber auch Mittler zwischen der Kirche, dem Glauben, dem Frohsinn, der Heiterkeit, dem Prinzenpaar (Prinzenfamilie) und den Gläubigen, sowie Karnevalisten. So stimmig wie gestern ist nicht alle Tage ein festlicher Gottesdienst,

der nicht nur wegen der Garden und kostümierten Besucher richtig toll bunt war, sondern auch wegen des prächtigen Blumengesteckes mit Luftschlangen neben dem Altar, in dem die Kempener und Hüpperschen Farben naturnah zueinander gefunden hatten. Mit Pauken und Trompeten und mit der „dicken Tromm“ zogen die Karnevalisten, die Gardisten, die Musikanten und Propst Eicker mit Gefolge ein, wo das Eröffnungslied im Trommelwirbel fast unterging. Das Lied passte zum Tag und lautete:

„ Komm her, freu dich mit uns.“ Der Altarraum wurde für 70 Minuten zur Heimat der Karnevalisten, des Prinzenpaares mit Gefolge. Nach dem Einzug brandete verdienter Beifall auf. Bunt kostümiert ein Großteil der Mess-Besucher. Auch das passte.

Es war die 30. „Messe der Freude“, wie KKV-Präsident die „Narrenschar und Gläubigen „ wissen ließ. Und Propst Eicker lobte

die Tradition und machte deutlich, das „Freude und Glauben“ zusammen gehören- Eicker erinnerte weiter daran, dass der Karneval früher eine „stille Protesthaltung“ war und er den Einzug der Karnevalisten als „laut, kräftig und festlich“ empfunden habe. Als Prinzessin Angelika I. die Lesung am Ambo vor dem Altar vortrug, da schien es für einen Moment so, als sei aus Zint Huppert ein „Hüpperscher Engel“ nach St. Marien entsandt worden. Die Prinzessin strahlte, ihr Traumkleid wirkte wie ein Gewand aus 1001 Nacht. Ihr Haar wie Engelshaar. In die Predigt von Propst Eicker war Prinz Rainer I. mit eingebunden. Seine „frohe Botschaft“ sei Frohsinn, Freude und Heiterkeit, ließ der Prinz „seine närrischen Untertanen“ wissen. Er merkte weiter an, dass „Karneval und Glaube uns gut tut.“ Der Beifall war ihm gewiss. Kempen Rot und Blau Helau kam ebenso an, wie „Zint Huppert Kaack.“ Dieser Ausspruch käme vom Krähen, vom Weckruf für die Frühaufsteher“, so Propst Eicker. Auch der „prinzliche Nachwuchs“ war eingebunden in die Messe, denn Simone und Christoph trugen die Fürbitten vor. Im „Hohen Dom“ zu Kempen, wie die Pfarre St.Marien im Lied-Text-Blatt selbst die Propsteikirche genannt hatte  wurde Gott musikalisch mehrfach gelobt und die Blau-Weißen Musiker spielten das Lied „Mir losse dr Dom in Kölle.“ Festlich und freudiger hätte die Stimmung kaum sein können.

Der Wunsch nach einem „sonnigen Rosenmontag“ trug KKV-Präsident Heinz Börsch in Gedichtform vor. Und wenn das Lied „Großer Gott wir loben dich“ angestimmt wird, dann läuft dem ein oder anderen Kirchenbesucher ganz sicher eine kalte Schauer über den Rücken. Beim Auszug sang die Gemeinde „Unser Leben sei ein Fest.“ Die Karnevalisten wissen das gut einzuordnen. Die Gottesdienstbesucher spendeten noch einmal einen kräftigen Beifall. Der Blick in die große Runde der Menschen, der Karnevalisten, der Gardisten, der Tanzmariechen und des tänzerischen Nachwuchs machte deutlich: Der gestrige Tag war mehr als ein Freudentag. Es war eine Hommage des Karnevals an den Glauben an Gott, aber auch eine eindrucksvolle  Demonstration des Brauchtums, der Werte, des friedlichen und fröhlichen Miteinanders in einer Welt, die sich in wenigen Monaten radikal verändert hat. Die Thomasstadt ist bestens gerüstete für den Endspurt im Fastelär. Rot und Blau Kempen Helau. Das klingt auch nachhaltig in St.Marien im Herzen von Kempen.

von Manfred Baum, Grefrath